Drucken

 

Beim Schärfen wird das Bild nicht wirklich geschärft, denn kein Algorithmus der Welt kann Bildinformation erzeugen, die im Bild nicht vorhanden ist.

 

Der Algorithmus sucht und findet Kanten, also farbliche Übergänge. Im Umfeld dieser Kanten werden die Kontraste erhöht.
Dadurch entsteht nicht direkt Schärfe sondern zunächst einmal der Eindruck von mehr Schärfe.

 

(Unscharf Maskieren mit verschiedenen Werten für Radius. Oben links ist das "ungeschärfte" Original.)

 

Die Kontrastanhebung ist stärker in der Nähe der Kante und nimmt mit zunehmendem Abstand ab. Wenn das ideal passt, dann wird das Bild dadurch tatsächlich geschärft es wirkt schärfer. 


Passt es nicht, wie in diesem sehr konstruierten und überzeichneten Beispiel, dann entstehen Schärfung-Artefakte wie die sog. Halos (richtiger wäre "Helligkeitssäume"), die man auf überschärften Fotos so häufig sieht.

In diesem zur Veranschaulichung überzeichneten Beispiel ist das Originalbild bereits perfekt scharf. Durch die geringen Kontraste wirkt es allerdings nicht wirklich unscharf. Dafür veranschaulicht es, dass eigentlich - technisch gesehen, bei Schärfung-Algorithmen nur die Kontraste angehoben werden. Wenn ein Bild nun wirklich etwas unscharf ist, dann erzeugt das tatsächlich etwas mehr Schärfe indem es die Unschärfe in der Umgebung von Kanten durch die dort hohen Kontraste ausgleicht.

 

Dazu ist notwendig, dass als Radius ein Maß angegeben wird, dass der Unschärfe-Streuung tatsächlich entspricht. In vielen Fotos ist die Schärfe bzw. die Unschärfe nicht gleichmäßig verteilt. Unschärfe nimmt zum Rand h in zu. Im Bild selbst nimmt sie zu, je weiter ein Motiv von der Schärfe-Ebene (Entfernung des Gegenstands, auf den scharf gestellt wurde) entfernt ist.
Ergo wird man nicht alle Bildteile in der gleichen Weise schärfen dürfen, denn einerseits möchte man genug schärfen, um die Unschärfe auszugleichen, und andererseits möchte man Halos vermeiden.

 

Das wichtigste Fazit müsste aber sein.
1. Wenn ein Bild hinreichend scharf ist (Betrachtungsabstand beachten), dann schärfe es besser nicht mehr nach.
2. Wenn ein Bild zu unscharf ist, dann wird es durch nachträgliches Schärfen auch nicht mehr besser.